Wie lernen ein autistische Kinder?
Von Dr. Michelle Garnett & Prof. Tony Attwood – Übersetzung: ProZ-Probono-Netzwerk
Autistische Kinder haben ein recht ungewöhnliches Lernprofil, das sich oft schon in der frühen Kindheit erkennen lässt. Einige autistische Kinder im Vorschulalter verfügen über Lese- und Rechenfähigkeiten, die über dem Niveau gleichaltriger Kinder liegen. Diese hervorragenden Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeiten bringen sie sich möglicherweise auch noch durch Fernsehprogramme, Computerspiele und YouTube-Videos selbst bei. Es gibt autistische Kinder, denen es leicht zu fallen scheint, lesen, schreiben oder rechnen zu lernen. Diese Fächer können sogar zu ihrem besonderen Interesse in der Schule werden. Im Gegensatz dazu weisen einige autistische Kinder erhebliche Verzögerungen bei den schulischen Fähigkeiten auf, und eine frühe Beurteilung der Lernfähigkeiten lässt auf Legasthenie und Dyskalkulie schließen. Es scheint mehr autistische Kinder mit außergewöhnlichen kognitiven Fähigkeiten zu geben, als man erwarten würde.
Lehrkräfte erkennen schnell, dass das autistische Kind in ihrer Klasse ein besonderes Lernprofil hat. Es hat oft eine Begabung dafür, die Logik der Welt zu verstehen, Details und Muster zu erkennen und sich an Fakten zu erinnern, oder es hat eine Begabung für Kunst und ist in Zeichnen oder Musik talentiert. Das Kind kann jedoch durch sensorische und soziale Erfahrungen leicht abgelenkt oder gestört werden, scheint beim Lösen von Problemen einseitig zu denken und hat Versagensängste. Wenn das Kind in immer höhere Klassen aufsteigt, stellen Lehrkräfte häufig Probleme mit organisatorischen Fähigkeiten, flexiblem Denken und Gruppenprojekten fest. Im Schulzeugnis am Ende des Schuljahres wird oft ein auffallend uneinheitliches Profil der akademischen Leistungen beschrieben, mit Bereichen, in denen das Kind hervorragende Leistungen erbringt, und Bereichen, in denen es Nachhilfe benötigt.
Es ist äußerst wichtig, dass Lehrkräfte und Eltern das Lernprofil des autistischen Kindes kennen, um seine schulischen Leistungen zu verbessern. Dies ist besonders wichtig, da Kinder in der Regel zwei Gründe haben, die Schule zu besuchen: um zu lernen und um soziale Kontakte zu knüpfen. Wenn das autistische Kind in der Schule sozial nicht erfolgreich ist, wird der akademische Erfolg als Hauptmotivation für den Schulbesuch und für die Entwicklung von Selbstwertgefühl und Selbstidentität wichtiger.
Verbalisieren und Visualisieren
Durch offizielle Tests wie standardisierte Intelligenztests und Tests für akademische Leistungen können wertvolle Informationen über das Lernprofil eines autistischen Kindes gewonnen werden. Standardisierte Intelligenztests haben mindestens zehn Untertests, die eine Reihe von intellektuellen Fähigkeiten messen. Einige Untertests messen spezifische Komponenten des verbalen Denkens, andere messen Komponenten des visuellen Denkens.
Einige autistische Kinder verfügen über relativ fortgeschrittene verbale Argumentationsfähigkeiten und können als sprachorientiert bezeichnet werden. Wenn ein solches Kind Schwierigkeiten hat, sich eine bestimmte schulische Fähigkeit im sozialen und sensorisch interaktiven Geschehen des Klassenzimmers anzueignen, dann kann sein Wissen und Verständnis verbessert werden, indem es alleine und in Ruhe lesen kann. Wenn das autistische Kind über relativ fortgeschrittene visuelle Denkfähigkeiten verfügt, also ein bildorientiert ist, kann ihm das Lernen dadurch vereinfacht werden, dass es die Handlungen des Lehrers beobachtet, anstatt auf dessen Anweisungen zu hören, und es kann besser über einen Computerbildschirm lernen. Das Lernen am Computerbildschirm verringert die Schwierigkeiten mit sozialen und kommunikativen Fähigkeiten erheblich. Sprachorientierte Menschen könnten in Berufen erfolgreich sein, in denen verbale Fähigkeiten von Vorteil sind, z. B. in juristischen Berufen oder in der Literatur, während die bildorientierte Menschen in Berufen wie Ingenieurwesen oder bildende Kunst gut aufgehoben sein können.
Aufmerksamkeit
Psychologische Fachkräfte unterteilen Aufmerksamkeit in vier Faktoren: die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten, die Aufmerksamkeit auf relevante Informationen zu richten, die Aufmerksamkeit bei Bedarf zu verändern und die Aufmerksamkeit zu entschlüsseln, also sich daran zu erinnern, worauf man sich konzentrieren sollte. Autistische Kinder scheinen Probleme mit allen vier Aspekten der Aufmerksamkeit zu haben. Die Dauer der Aufmerksamkeit bei Schularbeiten kann ein Problem darstellen, aber auch der Grad der Aufmerksamkeit kann je nach Motivation variieren. Beschäftigt sich das Kind mit einer Tätigkeit, die mit seinem Spezialinteresse verbunden ist, kann die Aufmerksamkeit übermäßig hoch sein. Das Kind scheint keine Hinweise von außen wahrzunehmen, dass es jetzt an der Zeit wäre, etwas anderes zu machen. Kommentare, Fragen und Anleitungen von Lehrkräften und Eltern ignoriert es völlig. Die Konzentration kann auch davon abhängen, ob das Kind das, was die Erwachsenen verlangen, auch tun möchte. Autistische Kinder haben häufig eigene Vorstellungen davon, was sie gerne tun möchten.
Sogar dann, wenn ein autistisches Kind scheinbar aufmerksam der Lehrkraft zuhört, kann es sein, dass es sich Aspekten im Heft vor sich widmet, die ihm viel interessanter erscheinen. Neurotypische Kinder können einfacher erkennen, was in einem gewissen Kontext oder bei einem Problem wichtig ist und gezielt ihren Fokus darauf richten. Autistische Kinder werden häufig von nicht relevanten Details verwirrt und abgelenkt. Sie wissen nicht automatisch, worauf sie sich konzentrieren sollten. Daher benötigen sie genaue Anweisungen, worauf sie sich auf einer Seite konzentrieren sollten.
Für einige schulische Aktivitäten ist es notwendig, während der Aktivität den Fokus auf neue Informationen zu lenken. Leider haben es autistische Kinder aber besonders schwer, wenn sich ihre Gedanken verändern und etwas Neues denken sollen, wenn sie gerade im Gedankenfluss sind. Es kann auch Probleme mit Erinnerungsprozessen geben, sodass die kürzlich gelernten Informationen nicht so gut gespeichert oder entschlüsselt werden, wie man es erwarten würde. Autistische Kinder wissen möglicherweise nicht mehr, worauf sie achten müssen, wenn sie wieder auf das gleiche Problem stoßen. Diese Tatsache kann auch soziale Situationen beeinflussen. Autistische Kinder verarbeiten soziale Informationen eher mit dem Intellekt als mit der Intuition und können Probleme haben, sich an die relevanten sozialen Hinweise zu erinnern und sich mit mehreren Personen gleichzeitig zu unterhalten.
Autistische Kinder haben meist auch große Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit auf neue Aktivitäten zu lenken, bevor nicht die aktuelle Aktivität erfolgreich abgeschlossen wurde. Andere Kinder scheinen die Fähigkeit zu haben, Gedanken oder eine Aktivität zu unterbrechen und problemlos zur nächsten Aktivität übergehen zu können. In der Schule kann es daher vorkommen, dass autistische Kinder sich weigern, etwas Neues anzufangen, bevor sie die aktuelle Aufgabe abgeschlossen haben. Sie wissen, dass ihre Gedanken ohne dieses Ende nicht einfach auf etwas Neues gelenkt werden können. Lehrkräfte und Eltern können hier mehrfach verbale und visuelle Ankündigungen einsetzen, wenn bald etwas Neues beginnt. Es kann beispielsweise ein Countdown eingesetzt werden, und wenn möglich kann das autistische Kind noch zusätzliche Zeit zum Fertigstellen einer Aufgabe erhalten.
Exekutivfunktionen
Autistische Kinder und Jugendliche haben oft Probleme mit Exekutivfunktionen. Das Konzept der Exekutivfunktionen wird vielleicht am besten verstanden, wenn wir an den Leiter eines großen Unternehmens denken, der immer „das große Ganze“ im Blick behält, die möglichen Konsequenzen vor all seinen Entscheidungen abwägen, Ressourcen und Wissen gut nutzen, planen und Prioritäten setzen, seine Entscheidungen aufgrund von Ergebnissen anpassen und Projekte rechtzeitig fertigstellen kann. Diese Exekutivfunktionen können bei autistischen Kindern und Jugendlichen erheblich verzögert sein.
In den ersten Schuljahren sind die wichtigsten Anzeichen für eine gestörte Exekutivfunktion Schwierigkeiten bei der Reaktionsregulierung (d. h. Impulsivität), dem Arbeitsgedächtnis und der Anwendung neuer Strategien. Autistische Kinder sind berüchtigt dafür, dass sie bei Schularbeiten und in sozialen Situationen impulsiv reagieren, ohne an den Kontext, die Konsequenzen und frühere Erfahrungen zu denken. Im Alter von acht Jahren ist ein nicht-autistisches Kind in der Lage, die Frontallappen zu nutzen, um eine Reaktion zu unterdrücken und zu überlegen, bevor es entscheidet, was es tun oder sagen soll. Auch ein autistisches Kind kann in der Lage sein, vor einer Reaktion gründlich zu überlegen, aber unter Stress oder wenn es sich überfordert oder verwirrt fühlt, kann es impulsiv reagieren. Es ist wichtig, das Kind zu ermutigen, sich zu entspannen und andere Optionen in Betracht zu ziehen, bevor es antwortet, und zu erkennen, dass impulsives Verhalten ein Zeichen von Verwirrung und Stress sein kann.
Das Arbeitsgedächtnis ist die Fähigkeit, Informationen bei der Lösung eines Problems Informationen abrufen zu können. Autistische Kinder können über ein außergewöhnliches Langzeitgedächtnis verfügen und sind vielleicht in der Lage, den Abspann oder den Dialog des Lieblingsfilms zu rezitieren, haben aber Schwierigkeiten mit dem Abrufen und der Verarbeitung von Informationen, die für eine schulische Aufgabe relevant sind. Die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses dieser Kinder kann geringer sein als die von Gleichaltrigen. Andere Kinder können sich viel besser an relevante Informationen erinnern und diese nutzen als autistische Kinder. Diese können nicht so viele Informationen aus dem Gedächtnis abrufen.
Ein weiteres Problem mit dem Arbeitsgedächtnis ist die Neigung, einen Gedanken schnell zu vergessen. Einer der Gründe, warum autistische Kinder dafür berüchtigt sind, andere zu unterbrechen, wurde von einem autistischen Kind erklärt: Es sagte, es müsse seiner Lehrkraft sagen, was ihm durch den Kopf geht, weil es sonst vergessen würde, was es sagen wollte.
Eine gestörte Exekutivfunktion kann auch Schwierigkeiten mit flexiblem Denken bereiten. Nicht-autistische Kinder können schnell auf Rückmeldungen reagieren und sind bereit, bei neuen Informationen ihre Strategie oder Richtung zu ändern. Autistische Kinder neigen dazu, weiterhin falsche Strategien anzuwenden, selbst wenn sie wissen, dass ihre Strategie nicht funktioniert, da sie Schwierigkeiten haben, verschiedene Gedanken und Reaktionen umzusetzen.
In der Oberstufe werden Probleme mit Exekutivfunktionen oft deutlicher erkennbar, wenn der Lehrplan komplexer und selbstgesteuerter wird und Lehrkräfte und Eltern altersgemäße Erwartungen haben, die auf den reifenden kognitiven Fähigkeiten der Gleichaltrigen basieren. In der Grundschule kann der Erfolg in Fächern wie Geschichte daran gemessen werden, wie gut das Kind sich an Fakten wie Daten erinnert. In der Oberstufe hat sich die Bewertung im Fach Geschichte aber geändert: Nun muss das Kind die Fähigkeit zeigen, Aufsätze zu schreiben, die eine klare Struktur aufweisen, und verschiedene Perspektiven und Interpretationen erkennen, vergleichen und bewerten können. Autistische Jugendliche mit gestörter Exekutivfunktion haben Probleme mit der Organisation und Planung von Klassenarbeiten, Aufträgen, Aufsätzen und Hausaufgaben.
Zudem können sie Schwierigkeiten mit der Selbstreflexion und Selbstkontrolle erleben. In den höheren Schuljahren haben nicht-autistische Kinder die Fähigkeit entwickelt, einen inneren Dialog zu führen, um ein Problem zu lösen. Der interne Denkprozess kann einen Dialog beinhalten, in dem sie die Vorzüge verschiedener Optionen und Lösungen innerlich diskutieren. Dieser Prozess ist im Denken von autistischen Jugendlichen möglicherweise nicht so effizient wie bei nicht-autistischen Gleichaltrigen. Viele autistische Jugendliche denken in Bildern und nutzen weniger häufig eine innere Stimme oder ein Gespräch, um die Problemlösung zu erleichtern. Autistische Jugendliche brauchen möglicherweise die Stimme der Lehrkraft oder der Eltern, um ihre Gedanken zu lenken.
Eine Strategie zur Verbesserung der Probleme, die durch gestörte Exekutivfunktionen entstehen, besteht darin, jemanden als „Anleitung“ einzusetzen. Die Mutter des Kindes hat vielleicht erkannt, dass sie bereits zu einer Art Sekretärin geworden ist, die bei der Organisation und Planung unterstützt, insbesondere bei der Erledigung der Hausaufgaben. Die anleitende Sekretärin (ein Elternteil oder eine Lehrkraft) muss möglicherweise auch einen Zeitplan erstellen, Entwürfe von Berichten und Aufsätzen korrekturlesen, Fachbücher farblich kennzeichnen, alternative Strategien fördern und Aufgabenlisten mit einem klaren Zeitplan für die Aktivitäten und die Dauer der einzelnen Aktivitäten erstellen.
Eine solch strenge Überwachung und Anleitung mag für Jugendliche oder junge Erwachsenen mit anerkannten intellektuellen Fähigkeiten zunächst übertrieben erscheinen. Eltern, die eine solche anleitende Unterstützungsarbeit leisten, können von Schulbehörden und Familienmitgliedern als überfürsorglich abgestempelt werden, haben aber gelernt, dass das autistische Kind ohne diese Unterstützung nicht die Noten erreichen würde, die seinen tatsächlichen Fähigkeiten entsprechen. Wir ermutigen Eltern und Lehrkräfte, diese sehr wichtige anleitende Rolle zu übernehmen. Wir hoffen, dass es sich dabei um eine zeitlich begrenzte Ernennung handelt und autistische Jugendliche oder junge Erwachsene schließlich eine größere Unabhängigkeit mit organisatorischen Fähigkeiten erreichen.
Umgang mit Fehlern
Das Lernprofil autistischer Kinder kann dazu tendieren, sich auf Fehler zu konzentrieren, Unregelmäßigkeit beheben zu wollen und Perfektion anzustreben. Dies wiederum kann dazu führen, dass das Kind Angst hat, Fehler zu machen, und sich weigert, mit einer Tätigkeit zu beginnen, wenn es sie nicht perfekt ausführen kann. Die Vermeidung von Fehlern hat manchmal zur Folge, dass autistische Kinder Genauigkeit der Schnelligkeit vorziehen, was sich auf die Leistung in zeitlich begrenzten Tests auswirken und dazu führen kann, dass ihr Denken als pedantisch bezeichnet wird. Ein autistisches Mädchen beklagte sich darüber, dass ihre Lehrerin sie häufig aufforderte, sich zu beeilen. Sie warf ein, dass sie ja Fehler machen könnte, wenn sie sich beeilen würde.
Es ist wichtig, die Wertung von Fehlern und Irrtümern bei autistischen Kindern zu verändern. Autistische Kinder schätzen oft die intellektuellen Fähigkeiten bei sich selbst und bei anderen. Auch Kleinkinder können mit etwas Hilfe erkennen, dass die Entwicklung der kognitiven „Stärke“ mit der körperlichen Stärke vergleichbar ist: Auch das Gehirn muss bei schwierigen oder anstrengenden Denkaufgaben trainiert werden – und dazu gehört es auch, Fehler zu machen – um die intellektuellen Fähigkeiten zu verbessern. Wenn alle Denkaufgaben einfach wären, könnten wir unseren Intellekt nicht verbessern. Intellektuelle Anstrengung macht uns schlauer.
Erwachsene sollten vorleben, wie man auf einen Fehler reagiert, und konstruktiv auf die Fehler des Kindes reagieren, z. B. mit Kommentaren wie: „Das ist ein schwieriges Problem, das dich zum Nachdenken und Lernen bringen soll, und gemeinsam können wir eine Lösung finden.“ Man darf auch nicht vergessen, dass ein Kind zwar Angst vor Fehlern haben kann, aber es auch große Freude empfinden kann, wenn es etwas richtig macht, und dass Erfolg und Perfektion eine wichtigere Motivationsquelle sein können als einem Erwachsenen zu gefallen oder Gleichaltrige zu beeindrucken.
Kognitive Talente
Einige autistische Kinder und Erwachsene besitzen kognitive Fähigkeiten, die deutlich über dem Durchschnitt liegen und die manchmal als begabt und talentiert bezeichnet werden. Dies kann sowohl Vorteile als auch Nachteile für das Kind mit sich bringen. Zu den Vorteilen gehört, dass sie soziale Hinweise und Regeln intellektuell besser verarbeiten und lernen können. Die fortgeschrittene intellektuelle Reife kann von einer Lehrkraft bewundert werden, und der Gewinn von Schulwettbewerben kann zu einem höheren Status für das Kind und die Schule führen. Schulische und künstlerische Erfolge können das Selbstwertgefühl steigern und zur sozialen Eingliederung beitragen. Ihre soziale Naivität und Exzentrik können als Teil des Images – wie ein zerstreuter Professor oder künstlerisches Genie – akzeptiert werden. Allerdings gibt es auch Nachteile.
Autistische Kinder sind sozial und emotional unreifer als andere gleichaltrige Kinder, was dazu beiträgt, dass sie sozial isoliert, verspottet und gemobbt werden. Eine im Vergleich zu Gleichaltrigen weit fortgeschrittene intellektuelle Reife kann die soziale Isolation und Entfremdung noch verstärken. Es kann sein, dass das Kind in seiner Klasse weder sozial noch intellektuell eine Peer-Gruppe hat. Ein beeindruckendes Vokabular und Wissen kann dazu führen, dass Erwachsene eine entsprechende Reife in Bezug auf soziales Denken, Gefühlshaushalt und Verhalten erwarten. Sie können das Kind, das diese Fähigkeiten nicht so reif wie seine Altersgenossen zum Ausdruck bringen kann, zu Unrecht kritisieren.
Wir haben vor kurzem erkannt, dass das mit Autismus verbundene Lernprofil auch Alexithymie beinhalten kann, die auch akademische Talente beeinträchtigen kann. Alexithymie ist eine Schwierigkeit, Gedanken in Worten auszudrücken. Der Ansatz für oder die Lösung eines mathematischen Problems durch ein autistisches Kind kann außergewöhnlich sein. Das autistische Kind weiß zwar, dass seine Lösung perfekt ist, hat aber möglicherweise große Schwierigkeiten, zu erklären, wie es zu dieser Lösung gekommen ist.
Zusammenfassung
Autistische Kinder und Jugendliche haben eine andere Art zu denken und zu lernen. Dies kann sowohl zu akademischen Talenten als auch zu Schwierigkeiten führen. Lehrkräfte und Eltern müssen wissen, dass autistische Kinder ein besonderes Lernprofil aufweisen und den Lehrplan im Klassenzimmer so anpassen, dass er dem besonderen Lernprofil gerecht wird. Dazu gehört auch, Lerntalente zu erkennen und zu wissen, dass autistische Menschen eine andere Sichtweise auf die Probleme der Zukunft entwickeln können.
Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett: https://attwoodandgarnettevents.com/category/attwood-and-garnett-blog/