{"id":622,"date":"2024-11-14T10:17:33","date_gmt":"2024-11-14T09:17:33","guid":{"rendered":"https:\/\/autismusinfo.com\/?p=622"},"modified":"2024-11-14T10:17:33","modified_gmt":"2024-11-14T09:17:33","slug":"erkenntnisse-zu-autismus-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/erkenntnisse-zu-autismus-teil-3\/","title":{"rendered":"Erkenntnisse zu Autismus \u2013 Teil 3"},"content":{"rendered":"<section class=\"bde-section-622-110 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-button-622-109 bde-button\">\n        \n    \n    \n    \n    \n            \n                    \n            \n            \n\n    \n    \n    \n    \n    \n    <a class=\"breakdance-link button-atom button-atom--primary bde-button__button\" href=\"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/blog\/\" target=\"_self\" data-type=\"url\"  >\n\n    \n        <span class=\"button-atom__text\">Zur\u00fcck<\/span>\n\n        \n        \n                <\/a>\n\n    \n\n\n<\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-622-102 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-columns-622-106 bde-columns\"><div class=\"bde-column-622-107 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<h1 class=\"bde-heading-622-101 bde-heading\">\nErkenntnisse zu Autismus \u2013 Teil 3: Autismus und psychische Komorbidit\u00e4ten \n<\/h1><div class=\"bde-text-622-111 bde-text\">\n14. november 2024\n<\/div>\n<\/div><div class=\"bde-column-622-108 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"bde-image-622-105 bde-image\">\n<figure class=\"breakdance-image breakdance-image--602\">\n\t<div class=\"breakdance-image-container\">\n\t\t<div class=\"breakdance-image-clip\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"breakdance-image-object\" src=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Autismusserie3.jpg\" width=\"718\" height=\"718\" srcset=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Autismusserie3.jpg 718w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Autismusserie3-300x300.jpg 300w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Autismusserie3-150x150.jpg 150w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/Autismusserie3-12x12.jpg 12w\" sizes=\"auto, (max-width: 718px) 100vw, 718px\"><\/div>\n\t<\/div><\/figure>\n\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-622-112 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-rich-text-622-113 bde-rich-text breakdance-rich-text-styles\">\n<p><strong>\u2013 von Professor Tony Attwood, \u00dcbersetzung: ProZ-Probono-Netzwerk<\/strong><\/p>\n<p>Im dritten Teil unserer vierteiligen Serie \u00fcber Erkenntnisse zu Autismus beschreibt Professor Tony Attwood einige Erkrankungen, die h\u00e4ufig zusammen mit Autismus auftreten. Im ersten Teil unserer Serie hat Tony Attwood Autismus im historischen Kontext er\u00f6rtert. Im zweiten Teil teilt er seine Beobachtungen dar\u00fcber mit, wie verschiedene Personen mit Autismus umgehen und welche unterschiedlichen Ergebnisse sie mit diesen Bew\u00e4ltigungsmechanismen erzielen. N\u00e4chste Woche wird Tony \u00fcber die Prognose bei Autismus sprechen.<\/p>\n<p>Wir wissen heute, dass es einen Zusammenhang zwischen Autismus und Angst gibt. Etwa 80 % der autistischen Kinder und Erwachsenen f\u00fchlen sich die meisten Stunden des Tages und ihres gesamtes Leben \u00fcber leicht \u00e4ngstlich. In bestimmten Situationen erleben sie oft intensive \u00c4ngste, z. B., wenn sich die Routine oder die Erwartungen \u00e4ndern, wenn sie unsicher sind, was zu tun ist oder was passieren wird, wenn sie Angst vor Unzul\u00e4nglichkeit und Fehlern haben und wenn sie bestimmte sensorische Erfahrungen machen. Angst kann auch an \u00fcberf\u00fcllten Orten auftreten, z. B. in einem Einkaufszentrum an einem Samstag. Untersuchungen haben best\u00e4tigt, dass eine Angstst\u00f6rung das h\u00e4ufigste psychische Problem bei autistischen Erwachsenen ist. Manchmal wird das Ausma\u00df der erlebten \u00c4ngste als tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dfere Einschr\u00e4nkung empfunden als die diagnostischen Merkmale von Autismus.<\/p>\n<p><br \/>Forschung und klinische Erfahrung zeigen, dass etwa ein Drittel der autistischen Erwachsenen immer wieder Gef\u00fchle von Traurigkeit und Pessimismus erleben, die sich zu einer klinischen Depression entwickeln k\u00f6nnen. Es gibt viele Gr\u00fcnde, warum eine autistische Person traurig und depressiv werden kann. Dazu geh\u00f6ren Gef\u00fchle der sozialen Isolation, Einsamkeit und das Gef\u00fchl, von Familienmitgliedern und der Kollegschaft nicht gesch\u00e4tzt und verstanden zu werden. Ein weiterer Grund f\u00fcr Depressionen ist die Ersch\u00f6pfung, die durch den Kontakt mit anderen Menschen entsteht und den Versuch, Emotionen \u2013 insbesondere \u00c4ngste \u2013 zu bew\u00e4ltigen und oft zu unterdr\u00fccken. Dazu kommt der Umgang mit sensorischer Hypersensibilit\u00e4t. Die Person ist st\u00e4ndig in Alarmbereitschaft und versucht, die st\u00e4ndige Angst zu ertragen, w\u00e4hrend sie aber gleichzeitig emotional gar nicht so belastbar ist und wenig Selbstvertrauen hat. Die geistige Anstrengung, allt\u00e4gliche Interaktionen und Erfahrungen intellektuell zu analysieren, ist kr\u00e4ftezehrend, und die Ersch\u00f6pfung der geistigen Energie f\u00fchrt zu Gedanken und Gef\u00fchlen der Verzweiflung.<\/p>\n<p><br \/>Neuere Forschungen haben den Zusammenhang zwischen Autismus und Alexithymie untersucht, d. h. der F\u00e4higkeit, die eigenen Gedanken und Gef\u00fchle zu erkennen oder zu beschreiben. Eine autistische Person hat meist echte Schwierigkeiten, ihre Gedanken und Gef\u00fchle mit Worten zu formulieren. Wenn sie gefragt wird, warum sie etwas getan hat oder wenn sie ihre Gef\u00fchle in Bezug auf ein Ereignis beschreiben soll, kann es sein, dass sie antwortet: \u201eIch wei\u00df es nicht\u201c. Das ist keine dumme oder ausweichende Antwort, sondern Ausdruck einer bekannten Schwierigkeit mit Selbstreflexion und dem verbalen Ausdr\u00fccken innerer Gedanken und Gef\u00fchle. Psychotherapie f\u00fcr psychische Probleme muss daher auch den F\u00e4higkeiten und Erfahrungen in Zusammenhang mit Autismus angepasst werden. Zum Beispiel m\u00fcssen Alexithymie, lebenslanges Mobbing, H\u00e4nseleien und sensorische Hypersensibilit\u00e4t ber\u00fccksichtigt werden. Inzwischen gibt es psychologische Therapiehandb\u00fccher, die speziell f\u00fcr Erwachsene mit Autismus entwickelt wurden, und ich konnte zusammen mit meiner Kollegin Dr. Michelle Garnett zu vielen dieser Handb\u00fccher und Therapieprogramme beitragen. Es gibt Einzel- und Gruppenprogramme zur Behandlung von \u00c4ngsten und Depressionen, zur St\u00e4rkung der Widerstandsf\u00e4higkeit gegen Mobbing und H\u00e4nseleien und zum Erwerb von F\u00e4higkeiten in den Bereichen Liebe und Romantik bis hin zur Besch\u00e4ftigung entwickelt und bewertet.<\/p>\n<p><br \/>Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass Autismus mit spezifischen Lernst\u00f6rungen wie Legasthenie und Hyperlexie, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivit\u00e4tsst\u00f6rung, geistiger Behinderung und spezifischen Sprachst\u00f6rungen einhergeht. Der diagnostische Weg endet also nicht mit der Autismusdiagnose. Umgekehrt kann der Weg zur Autismusdiagnose mit der genauen Diagnose einer anderen psychischen St\u00f6rung oder Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung beginnen, und eine detaillierte Entwicklungsgeschichte weist dann auf das Vorhandensein von Autismus hin. Forschungen und meine eigene klinische Erfahrung deuten darauf hin, dass etwa eine von vier autistischen Personen ebenfalls mit einer Essst\u00f6rung, Drogensucht, Geschlechtsdysphorie oder Borderline-Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung diagnostiziert wurde. Es besteht auch ein Zusammenhang zwischen Autismus und Tourette-Syndrom, Schlafst\u00f6rungen und bipolaren St\u00f6rungen. Fachkr\u00e4fte aus allen Bereichen der Psychologie und Psychiatrie m\u00fcssen autistische Merkmale in der Entwicklungsgeschichte und im F\u00e4higkeitsprofil der Patientenschaft erkennen. Wenn die Diagnose best\u00e4tigt ist, m\u00fcssen sie ihre Psychotherapie anpassen, um der autistischen Person gerecht zu werden, die eine andere Art der Wahrnehmung, des Denkens, des Lernens und der Beziehung hat als die \u00fcbrige Patientenschaft.<\/p>\n<p><br \/>Wir erkennen auch, dass Autismus zwar mit anderen Komorbidit\u00e4ten einhergehen kann, aber auch, dass das nicht immer der Fall ist. Etwa 15 % der autistischen Erwachsenen haben keine zus\u00e4tzlichen Diagnosen, und sie haben oft eine andere Prognose.<\/p>\n<p>Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett: https:\/\/attwoodandgarnettevents.com\/category\/attwood-and-garnett-blog\/<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><div class=\"bde-back-to-top-622-114 bde-back-to-top bde-back-to-top--progress is-sticky\">\n\n\n<button aria-label=\"Back to top\" tabindex=\"0\" class=\"bde-back-to-top__button bde-back-to-top__button--progress bde-back-to-top__button--show-always bde-back-to-top__button--animation-fade is-sticky  js-ee-back-to-top\">\n    \t<svg class=\"bde-back-to-top__progress-svg js-progress-svg\" width=\"100%\" height=\"100%\" viewbox=\"-1 -1 102 102\">\n\t  <path class=\"background\" d=\"M50,1 a49,49 0 0,1 0,98 a49,49 0 0,1 0,-98\"\/>\n      <path class=\"tracker\" d=\"M50,1 a49,49 0 0,1 0,98 a49,49 0 0,1 0,-98\"\/>\n  \t<\/svg>\n         <div class=\"bde-back-to-top__icon-wrap\">\n              <svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewbox=\"0 0 384 512\"><!--! 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