{"id":653,"date":"2024-12-04T11:36:49","date_gmt":"2024-12-04T10:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/autismusinfo.com\/?p=653"},"modified":"2024-12-04T11:36:49","modified_gmt":"2024-12-04T10:36:49","slug":"sensorik-bei-autismus-und-adhs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/sensorik-bei-autismus-und-adhs\/","title":{"rendered":"Sensorik bei Autismus und ADHS"},"content":{"rendered":"<section class=\"bde-section-653-110 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-button-653-109 bde-button\">\n        \n    \n    \n    \n    \n            \n                    \n            \n            \n\n    \n    \n    \n    \n    \n    <a class=\"breakdance-link button-atom button-atom--primary bde-button__button\" href=\"https:\/\/autismusinfo.com\/blog\/\" target=\"_self\" data-type=\"url\"  >\n\n    \n        <span class=\"button-atom__text\">Zur\u00fcck<\/span>\n\n        \n        \n                <\/a>\n\n    \n\n\n<\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-653-102 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-columns-653-106 bde-columns\"><div class=\"bde-column-653-107 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<h1 class=\"bde-heading-653-101 bde-heading\">\nSensorik bei Autismus und ADHS\n<\/h1><div class=\"bde-text-653-111 bde-text\">\n4. december 2024\n<\/div>\n<\/div><div class=\"bde-column-653-108 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"bde-image-653-105 bde-image\">\n<figure class=\"breakdance-image breakdance-image--500\">\n\t<div class=\"breakdance-image-container\">\n\t\t<div class=\"breakdance-image-clip\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"breakdance-image-object\" src=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Hypersensibilitaet-bei-Autismus.png\" width=\"602\" height=\"718\" srcset=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Hypersensibilitaet-bei-Autismus.png 602w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Hypersensibilitaet-bei-Autismus-252x300.png 252w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Hypersensibilitaet-bei-Autismus-10x12.png 10w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\"><\/div>\n\t<\/div><\/figure>\n\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-653-112 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-rich-text-653-113 bde-rich-text breakdance-rich-text-styles\">\n<p><strong>Skript meines Vortrags beim Dachverband Neurodiversit\u00e4t vom 04.12.2024<\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Sensorik bei ASS und ADHS<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.0. Grundlegende Definitionen<\/strong><br \/>F\u00fcr dieses Referat verwende ich die Begriffe ASS und Autismus f\u00fcr alle Arten von Autismus nach ICD-10 bzw. f\u00fcr die Autismus-Spektrum-St\u00f6rung gem\u00e4\u00df ICD-11.Der Begriff ADHS bezieht sich ebenfalls auf alle Formen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms, mit oder ohne Hyperaktivit\u00e4t sowie mit nach innen und nach au\u00dfen gerichteter Hyperaktivit\u00e4t.<\/p>\n<p><br \/><strong>1.1 Was ist Sensorik?<\/strong><br \/>Sensorik beschreibt die Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinnesreizen aus der Umwelt und dem eigenen K\u00f6rper (Porges, 2011).<br \/>Mit unserer Sensorik nehmen wir Raum, Bewegung und K\u00f6rpergef\u00fchl wahr, k\u00f6nnen Informationen verarbeiten und unsere Gef\u00fchle regulieren.<br \/>Sie hilft uns, den Alltag zu bew\u00e4ltigen, soziale Interaktionen zu meistern und das eigene Verhalten zu steuern. Denn um auf etwas angemessen reagieren zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir korrekt wahrnehmen, was gerade passiert und in unserem Kopf ein zusammenh\u00e4ngendes Bild erstellen k\u00f6nnen. (Miller et al., 2007).<br \/>Einschr\u00e4nkungen in der Sensorik k\u00f6nnen zu Problemen bei Begegnungen mit anderen Menschen und im Alltag f\u00fchren.<\/p>\n<p><br \/><strong>2. Sensorische Besonderheiten bei Autismus und ADHS<\/strong><br \/>Menschen mit Autismus und ADHS berichten oft von sensorischen Besonderheiten, die von Person zu Person sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Sensorische Besonderheiten:<\/strong><br \/><strong>o Hypersensibilit\u00e4t (\u00dcberreizbarkeit):<\/strong> Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf Sinnesreize wie laute Ger\u00e4usche oder grelles Licht. Das f\u00fchrt oft zu Stress und \u00dcberforderung, besonders dann, wenn die Wahrnehmung dieser Empfindlichkeit von anderen infrage gestellt wird (z. B. durch Aussagen wie \u201eStell dich nicht so an\u201c \u201eDu bist hysterisch.\u201c \u201eSo schlimm kann\u2019s doch gar nicht sein.\u201c \u201eDu willst nur Aufmerksamkeit.\u201c). Wenn Betroffenen ihre eigene Wahrnehmung st\u00e4ndig abgesprochen wird, kann das langfristig negative Folgen haben. Sie stellen sich selbst und ihre Wahrnehmung infrage und fangen an, ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse zu ignorieren (Hinweis: Burnout).<br \/><strong>o Hyposensibilit\u00e4t (zu geringe Sensibilit\u00e4t):<\/strong> Manche Betroffenen brauchen sehr intensive Reize, um \u201esich selbst zu sp\u00fcren\u201c oder andere, unangenehme Reize zu \u201e\u00fcberblenden\u201c. Das kann im schlimmsten Fall bis zur Selbstverletzung f\u00fchren (ritzen, schneiden, Kopf gegen die Wand schlagen)(Ashburner et al., 2008). <br \/><strong>o Ver\u00e4nderte oder verz\u00f6gerte Reizverarbeitung<\/strong>: Bei einigen Menschen ist die Verarbeitung bestimmter Reize langsamer oder anders, beispielsweise beim Gleichgewichtssinn oder bei der Koordination. Viele Menschen rempeln durch die verz\u00f6gerte visuelle Wahrnehmung und die verz\u00f6gerte Verarbeitung der r\u00e4umlichen Wahrnehmung st\u00e4ndig T\u00fcrrahmen und Mauern an oder sind ungeschickt. Manche Betroffenen k\u00f6nnen durch dadurch, dass das, was sie h\u00f6ren, verz\u00f6gert im Gehirn verarbeitet wird, keine spontanen Antworten geben (Tomchek &amp; Dunn, 2007).<\/p>\n<p><br \/><strong>2.1 Sensorische Besonderheiten bei ASS (Autismus-Spektrum-St\u00f6ru<\/strong>ng)<br \/><strong>\u2022 Hypersensibilit\u00e4t:<\/strong><br \/>Menschen mit Autismus sind oft sehr sensibel gegen\u00fcber L\u00e4rm, Licht oder Ber\u00fchrungen. Diese \u00dcberreizbarkeit kann besonders im Alltag belastend sein, da Ger\u00e4usche, Lichtverh\u00e4ltnisse und Ber\u00fchrungen, die von anderen Menschen erwartet werden (wie Umarmungen oder H\u00e4ndesch\u00fctteln oder der Austausch von Z\u00e4rtlichkeiten in der Partnerschaft), manchmal als unangenehm empfunden werden (Robertson &amp; Baron-Cohen, 2017).<br \/><strong>\u2022 Spezifische sensorische Vorlieben:<\/strong><br \/>Einige Menschen mit Autismus lieben bestimmte sensorische Reize, wie zum Beispiel visuelle Effekte oder wiederholte Bewegungen (sogenanntes \u201eStimming\u201c). Ein bestimmter Sinnesreiz kann auch zu einem Spezialinteresse werden. Manche malen gerne, h\u00f6ren laute Musik oder wippen mit dem Stuhl, um sich zu beruhigen oder besser konzentrieren zu k\u00f6nnen. (Ben-Sasson et al., 2009).<br \/><strong>\u2022 Reaktion auf unerwartete Reize:<\/strong><br \/>Pl\u00f6tzliche Sinneseindr\u00fccke k\u00f6nnen gro\u00dfen Stress und intensive Reaktionen ausl\u00f6sen. Und da die Betroffenen solche Reize meist nicht kontrollieren k\u00f6nnen, sind viele stets in Alarmbereitschaft. Sie f\u00fchlen sich den Eindr\u00fccken ausgeliefert und bedauern gleichzeitig, sie nicht besser aushalten zu k\u00f6nnen. Viele meiden neue Situationen, da in solchen ja immer unerwartet unangenehme Sinneseindr\u00fccke auftauchen k\u00f6nnten. (Green et al., 2015).<br \/><strong>\u2022 Eingeschr\u00e4nkte Interozeption (K\u00f6rperwahrnehmung):<\/strong><br \/>Menschen mit Autismus haben h\u00e4ufig Schwierigkeiten, Bed\u00fcrfnisse aus dem Inneren ihres K\u00f6rpers (wie Hunger, Durst oder Schmerz) zu erkennen. Dadurch kann es passieren, dass sie wichtige Signale \u00fcbersehen, was sich negativ auf ihre Gesundheit auswirken kann. Sie vergessen, zu trinken oder zu essen und bemerken vielleicht erst dann, dass sie krank oder verletzt sind, wenn es kritisch wird. (Mahler, 2016).<\/p>\n<p><br \/><strong>2.2 Sensorische Besonderheiten bei ADHS<\/strong><br \/><strong>\u2022 Wechselnde Reizverarbeitung und Ablenkbarkeit:<\/strong><br \/>Menschen mit ADHS haben oft eine recht wechselhafte Reizverarbeitung und sind schnell abgelenkt. Viele haben eine Reizfilterschw\u00e4che. Dadurch k\u00f6nnen sie sich auf bestimmte Aufgaben nur schwer konzentrieren. Bei ADHS sind einige Sinne manchmal viel st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als andere, was zu einer \u00dcberkompensation f\u00fchren kann. Beispielsweise reagieren manche Menschen mit ADHS besonders sensibel auf Ger\u00e4usche. In einer lauten Umgebung sind sie v\u00f6llig \u00fcberfordert und versuchen, sich stattdessen auf das zu konzentrieren, was sie sehen. Sie konzentrieren sich also auf viele unwichtige visuelle Details und k\u00f6nnen so einem Gespr\u00e4ch gar nicht mehr folgen (Kisely et al., 2020).<br \/><strong>\u2022 Hyper- und Hyposensibilit\u00e4t:<\/strong><br \/>Betroffene k\u00f6nnen sowohl \u00e4u\u00dferst sensibel (Hypersensibilit\u00e4t) als auch zu wenig sensibel (Hyposensibilit\u00e4t) auf bestimmte Reize reagieren. (Parush et al., 2007).<br \/><strong>\u2022 Zwischen wichtigen und unwichtigen Reizen unterscheiden:<\/strong><br \/>Eine Besonderheit bei ADHS ist die Schwierigkeit, wichtige Reize von unwichtigen zu unterscheiden. Diese hohe Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber unwichtigen Eindr\u00fccken f\u00fchrt zu Reiz\u00fcberflutung und beeintr\u00e4chtigt die F\u00e4higkeit, sich auf Wesentliches zu konzentrieren. (Ghanizadeh, 2011).<\/p>\n<p><br \/><strong>3. Bedeutung f\u00fcr den Alltag<\/strong><br \/><strong>3.1 Auswirkungen der sensorischen Hypersensibilit\u00e4t<\/strong><br \/>Menschen mit ASS und ADHS erleben durch sensorische \u00dcberreizbarkeit h\u00e4ufig Schwierigkeiten im Alltag und bei sozialen Kontakten. In lauten oder \u00fcberf\u00fcllten Umgebungen f\u00fchlen sie sich schnell \u00fcberfordert und ben\u00f6tigen Pausen oder R\u00fcckzugsorte, um Reiz\u00fcberflutung zu vermeiden. Das kann zu sozialer Isolation und Missverst\u00e4ndnissen f\u00fchren (Ben-Sasson et al., 2009). <br \/><strong>o Schlafst\u00f6rungen:<\/strong> Sensorische \u00dcberreizbarkeit kann auch Schlafst\u00f6rungen verursachen, da kleinste Ger\u00e4usche oder Lichtver\u00e4nderungen den Einschlafprozess unterbrechen.<\/p>\n<p><br \/><strong>3.2 Auswirkungen auf Reizverarbeitung und Selbstregulation<\/strong><br \/><strong>\u2022 \u00dcberlastung (Meltdowns, Shutdowns, Burnout):<\/strong><br \/>Schwierigkeiten bei der Reizverarbeitung k\u00f6nnen zu Ersch\u00f6pfung, sogenannten \u201eMeltdowns\u201c oder \u201eShutdowns\u201c f\u00fchren, bei denen Betroffene sich entweder \u00e4u\u00dferlich stark zur\u00fcckziehen oder intensive emotionale Reaktionen zeigen. Viele kenn den Meltdown nach au\u00dfen mit Wutausbr\u00fcchen oder Weinkr\u00e4mpfen, aber besonders viele Frauen sind auch vom inneren Meltdown betroffen. Bei diesem kommt es zu pl\u00f6tzlichen, extremen Tiefs. Sie werten sich selbst ab, bis hin zu Suizidgedanken und Suizidhandlungen. Langfristig kann ein hoher sensorischer Stresspegel zu einem \u201eAutismus-\/ADHS-Burnout\u201c f\u00fchren, einem Zustand v\u00f6lliger \u00dcberlastung (Green &amp; Ben-Sasson, 2015).<br \/>Auszeiten und gezielte sensorische Entlastung sind entscheidend, um Reiz\u00fcberflutung vorzubeugen und den Alltag besser zu bew\u00e4ltigen (wie das gelingt, erl\u00e4utere ich sp\u00e4ter).<\/p>\n<p><strong>3.3 Schwierigkeiten bei der K\u00f6rperwahrnehmung und Selbstf\u00fcrsorge<\/strong><br \/>Ein eingeschr\u00e4nktes Wahrnehmen der eigenen K\u00f6rperbed\u00fcrfnisse wie Hunger, Durst, M\u00fcdigkeit und Stress kann dazu f\u00fchren, dass Personen mit ASS oder ADHS grundlegende Bed\u00fcrfnisse \u00fcbersehen. Schwierigkeiten, Schmerzen oder k\u00f6rperliche Beschwerden wahrzunehmen oder zu beschreiben, k\u00f6nnen au\u00dferdem bei Arztbesuchen zu Problemen f\u00fchren, da Symptome erst sp\u00e4t erkannt oder nicht klar mitgeteilt werden k\u00f6nnen. Wenn man selbst wei\u00df, dass eine abgeschw\u00e4chte K\u00f6rperwahrnehmung (Interozeption) vorhanden ist, sollte dies unbedingt bei Arztbesuchen usw. angegeben werden, um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen und angemessen untersucht und behandelt zu werden (Craig, 2002).<\/p>\n<p><br \/><strong>3.4 Probleme mit dem Gleichgewicht und der Koordination<\/strong><br \/><strong>\u2022 Beeintr\u00e4chtigungen im Alltag:<\/strong><br \/>Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht und der K\u00f6rperkoordination machen Alltagsaktivit\u00e4ten wie Radfahren, Sport, Orientierung, das Absch\u00e4tzen r\u00e4umlicher Entfernungen und feinmotorische Aufgaben wie Schreiben schwieriger. (Tomchek &amp; Dunn, 2007).<br \/>Diese Einschr\u00e4nkungen k\u00f6nnen die Teilnahme an Hobbys und sportlichen Aktivit\u00e4ten beeintr\u00e4chtigen, was sich nat\u00fcrlich auch sozial auswirkt. Viele Betroffene erleben sich au\u00dferdem als ungeschickt, da sie durch eine Verz\u00f6gerung der visuellen Wahrnehmung oder dadurch, dass nicht gut abgespeichert werden kann, wie viel Kraft sie f\u00fcr eine bestimmte Bewegung brauchen, h\u00e4ufig Dinge kaputt machen oder Menschen anrempeln.<\/p>\n<p><br \/><strong>4. Arten von Sinnen, Herausforderungen und Hilfe<\/strong><br \/>Zu den Sinnen geh\u00f6ren nicht nur die klassischen Sinne, sondern auch unsere \u201eK\u00f6rpersinne\u201c. Diese sind wichtig f\u00fcr unser Wohlbefinden und haben in Bezug auf die sensorischen Unterschiede bei ASS und ADHS eine ganz besondere Bedeutung. Heute wissen wir, dass Herausforderungen bei der Sinneswahrnehmung viel gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen haben als unmittelbar angenommen.<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Klassische Sinne:<\/strong><br \/>Sehen, H\u00f6ren, F\u00fchlen, Riechen, Schmecken: Sie sind die Grundlage f\u00fcr unsere Wahrnehmung und Orientierung.<\/p>\n<p><br \/><strong>Sehen:<\/strong> Der Sehsinn versorgt uns mit Informationen \u00fcber unsere Umgebung. Das ist wichtig f\u00fcr das Erkennen von Gefahr und f\u00fcr unser Sicherheitsgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Menschen, bei denen der Sehsinn anders funktioniert oder verarbeitet wird:<br \/>- Haben h\u00e4ufig Kopfschmerzen oder tr\u00e4nende Augen<br \/>- Sehen verschwommen oder doppelt<br \/>- Verlieren beim Lesen oft die Stelle oder sehen \u201ewandernde W\u00f6rter\u201c<br \/>- Werden bei Schularbeiten oder beim Sport rasch m\u00fcde<br \/>- Sind lichtempfindlich<br \/>- F\u00fchlen sich in Gruppen mit viel Bewegung \u00fcberfordert<br \/>- Meiden direkten Augenkontakt<br \/>- Stolpern h\u00e4ufig oder reagieren zu sp\u00e4t auf Hindernisse<br \/>- Suchen visuelle Reize (Lichter, Muster)<br \/>- Haben M\u00fche mit dreidimensionalem Sehen<br \/>- K\u00f6nnen Entfernungen nur schlecht absch\u00e4tzen<br \/>- Schlechter Orientierungssinn<br \/>- Binokulare Sehst\u00f6rungen: Treten auf, wenn die Augen nicht optimal zusammenarbeiten, was zu Doppelbildern, Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsproblemen f\u00fchren kann. Diese St\u00f6rungen entstehen oft durch ein Ungleichgewicht in der Augenmuskulatur oder eine fehlerhafte Ausrichtung der Sehachsen.<\/p>\n<p><br \/>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- Sonnenbrillen oder Kappen bei Lichtempfindlichkeit<br \/>- Strukturierte visuelle Hilfen wie Lesehilfen oder Bildschirmfilter<br \/>- Ruhepausen bei der Arbeit am PC<br \/>- Prismenbrillen: Lenken das Licht gezielt um und gleichen so unterschiedliche Sehachsen aus.<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Lavalampen, Mobiles<br \/>- Sehspiele (Schatzsuche nach Formen\/Farben), Memory<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Bewegungen von Personen spiegeln<\/p>\n<p><br \/><strong>H\u00f6ren:<\/strong> Auch durch unser Geh\u00f6r erhalten wir ebenfalls Informationen \u00fcber unsere Umgebung. Wir erkennen, wie weit weg ein Ger\u00e4usch ist und erkennen Stimmen. Auch unser K\u00f6rper reagiert auf Ger\u00e4usche.<\/p>\n<p><br \/>Menschen, bei denen das Geh\u00f6r anders funktioniert oder verarbeitet wird:<br \/>- Erschrecken durch laute Ger\u00e4usche und Stimmen<br \/>- Sind st\u00e4ndig in Alarmbereitschaft<br \/>- Abneigung gegen blecherne, metallische oder hohe T\u00f6ne (z. B. Hundepfeifen, Geige) oder Alltagsger\u00e4usche wie leise Musik, Toilettensp\u00fclung<br \/>- Schwierigkeiten, festzustellen, woher ein Ger\u00e4usch kommt<br \/>- Schwierigkeiten, Stimmen zu erkennen<br \/>- K\u00f6nnen sich geh\u00f6rte Anweisungen nur schwer merken<br \/>- Sind leicht durch Hintergrundger\u00e4usche abgelenkt<br \/>- K\u00f6nnen Unterschiede bei der Lautst\u00e4rke oder den Emotionen in Stimmen nur schwer unterscheiden<br \/>- Wenig Rhythmusgef\u00fchl<br \/>- Probleme, \u00e4hnlich klingende Laute zu unterscheiden<br \/>- Schwierigkeiten beim Lernen einer neuen Sprache<br \/>- Geringer Wortschatz, schlechte Aussprache<br \/>- Monotone oder ungew\u00f6hnlich laute\/leise Stimme<br \/>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- Geh\u00f6rschutz oder Noise-Cancelling-Kopfh\u00f6rer<br \/>- Hintergrundger\u00e4usche minimieren, ruhige Lern- oder Arbeitsbereiche schaffen<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Ger\u00e4uschdosen<br \/>- Reime<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Anweisungen schriftlich oder bildlich erg\u00e4nzen, um Missverst\u00e4ndnisse zu vermeiden<br \/>- Tanzen (Verbindung Geh\u00f6r und Bewegung)<\/p>\n<p><strong>F\u00fchlen:<\/strong> Mit dem Tastsinn begreifen wir unsere Welt. Wir registrieren mit unserem Tastsinn Temperatur, Druck, Vibrationen, Juckreiz, Konsistenz von Lebensmitteln im Mund und Schmerz.<\/p>\n<p><br \/>Menschen, bei denen der Tastsinn anders funktioniert oder verarbeitet wird:<br \/>- Erschrecken bei unerwarteten Ber\u00fchrungen<br \/>- Meiden Ber\u00fchrungen oder reagieren oft mit Abwehr<br \/>- Ekeln sich vor schmutzigen Aktivit\u00e4ten (z. B. kochen, malen)<br \/>- Halten bestimmte Kleidung oder N\u00e4hte nicht aus<br \/>- Tragen f\u00fcr die Jahreszeit un\u00fcbliche Kleidung<br \/>- Sind w\u00e4hlerisch beim Essen, bevorzugen oft eine bestimmte Textur und Temperatur<br \/>- Empfinden Z\u00e4hneputzen oder Haareschneiden als unangenehm<br \/>- Reagieren nicht bei Verletzungen oder Schmerzen<br \/>- Suchen intensiv Ber\u00fchrungserfahrungen (barfu\u00df laufen, auf Gegenst\u00e4nden kauen, sich selbst verletzen)<br \/>- Schwierigkeiten mit Feinmotorik, Druck und Kraftdosierung<br \/>- Schwierigkeiten, Objekteigenschaften (Textur, Form, Gewicht) wahrzunehmen oder zu unterscheiden<\/p>\n<p><br \/>D\u00e4mpfend:<br \/>- Weiche, hautfreundliche Kleidung ohne st\u00f6rende N\u00e4hte<br \/>- Angenehme Raumtemperatur<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Fingerfarbe<br \/>- Sandkasten<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Sinnespfade, F\u00fchl-Labyrinths<\/p>\n<p><br \/><strong>Riechen und schmecken:<\/strong> Geruch und Geschmackssinn h\u00e4ngen eng miteinander zusammen. Wir nehmen wahr, ob die Umgebung \u201esicher\u201c riecht und ob unser Essen \u201esicher\u201c schmeckt.<\/p>\n<p><br \/>Menschen, bei denen Geruch oder Geschmack anders funktionieren oder verarbeitet werden:<br \/>- Putzen die Z\u00e4hne nicht gern<br \/>- Essen nur wenige, geschmacklich eher langweilige Lebensmittel<br \/>- Empfinden Ger\u00fcche als viel zu intensiv (z. B. Parf\u00fcm, K\u00e4se, Farbe)<br \/>- Lieben scharfe, saure oder stark gew\u00fcrzte Speisen<br \/>- Kauen Speisen oft schlecht vor dem Schlucken<br \/>- Sabbern nach dem Babyalter noch h\u00e4ufig<br \/>- Haben st\u00e4ndig etwas im Mund, wie Stifte oder Spielzeug, oder kauen an den N\u00e4geln<\/p>\n<p>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- Umgebungen mit starken Ger\u00fcchen meiden und Duftstoffe reduzieren<br \/>- Strukturierte Geschmackserfahrungen mit gleichbleibenden Lebensmitteln<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Duftreis, Duftsalz<br \/>- Seifenblasen<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Blasinstrumente<\/p>\n<p><strong>\u2022 Propriozeption (Tiefensensibilit\u00e4t):<\/strong> Dieser Sinn besteht aus dem Lagesinn, Kraftsinn und Bewegungssinn. Bei der Tiefensensibilit\u00e4t geht es haupts\u00e4chlich darum, wie man die Lage und Position des eigenen K\u00f6rpers im Raum wahrnimmt. Ohne sie k\u00f6nnten wir nicht gehen, tanzen, den Arm bewegen, ohne ihn anzuschauen, Treppen steigen oder greifen (Sherrington, 1906).<\/p>\n<p>Menschen, bei denen die Tiefensensibilit\u00e4t anders funktioniert oder verarbeitet wird:<br \/>- Bewegen sich ungern<br \/>- Meiden springen, laufen und krabbeln<br \/>- Sto\u00dfen gegen Gegenst\u00e4nde<br \/>- Stampfen beim Gehen<br \/>- Knacken mit den Kn\u00f6cheln<br \/>- M\u00f6gen enges Einwickeln in Decken beim Zubettgehen<br \/>- Stolpern und fallen oft<br \/>- Halten Stifte zu fest oder zu leicht, schreiben unleserlich<br \/>- Zerbrechen h\u00e4ufig Dinge, heben sie oft mit zu viel Schwung oder Kraft auf<\/p>\n<p>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- 3D-Bilder und 3D-Kino meiden, Tiefendruck (Gewicht unter Matratze, kann alle anderen Sinneswahrnehmungen inkl. Schmerz ausblenden)<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Kraft- und Bewegungs\u00fcbungen wie H\u00fcpfen oder Widerstands\u00fcbungen<br \/>- Gewichtsdecken und Gewichtswesten<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Aktivit\u00e4ten, die Koordination und K\u00f6rperbewusstsein st\u00e4rken, wie Yoga, reiten oder schwimmen<\/p>\n<p><strong>\u2022 Vestibul\u00e4rer Sinn (Gleichgewichtssinn):<\/strong> Dieser Sinn steuert unsere Balance und Orientierung im Raum. Durch unseren Gleichgewichtssinn nehmen wir Ver\u00e4nderungen unserer K\u00f6rperposition wahr. Also alles, was mit drehen, klettern, rollen, krabbeln und Bewegung allgemein zu tun hat (Ayres, 1972). Aber auch beim Autofahren oder auf einem Schiff sorgt er im Normalfall daf\u00fcr, dass wir die Bewegung gut integrieren k\u00f6nnen und uns nicht schlecht wird.<\/p>\n<p><br \/>Menschen, bei denen der Gleichgewichtssinn anders funktioniert oder verarbeitet wird:<br \/>- Schaukeln und rutschen nicht gern, fahren nicht gern Karussell<br \/>- Bewegen sich vorsichtig und langsam<br \/>- Fahren ungern Aufzug oder Rolltreppe<br \/>- Werden leicht reise- oder seekrank<br \/>- Haben gro\u00dfe Angst zu fallen oder H\u00f6henangst<br \/>- Unsicher und \u00e4ngstlich beim Treppensteigen<br \/>- Drehen sich oft lange und ohne Schwindelgef\u00fchl<br \/>- Bemerken nicht, wenn sie fallen, und fangen sich somit nicht ab<br \/>- M\u00fcssen sich st\u00e4ndig zu bewegen und k\u00f6nnen nicht still sitzen<br \/>- H\u00fcpfen h\u00e4ufig und schaukeln vor und zur\u00fcck<br \/>- Lieben Wippen und Trampolins<br \/>- Verlieren oft das Gleichgewicht<\/p>\n<p>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- Beim Autofahren und auf dem Schiff den Horizont fixieren<br \/>- H\u00f6hen meiden<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Langsame, kontrollierte Bewegungen und \u00dcbungsabl\u00e4ufe wie Klettern oder Schaukeln<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Stabilisierende \u00dcbungen mit gezieltem Gleichgewichtstraining wie Balancieren, Balancekissen oder Schaukelst\u00fchle f\u00fcr sichere<br \/>Bewegungserfahrungen<\/p>\n<p><strong>\u2022 Interozeption:<\/strong><br \/>Die Wahrnehmung innerer K\u00f6rperzust\u00e4nde wie Herzschlag, Atmung, Hunger, Schmerz und M\u00fcdigkeit. Unsere K\u00f6rperwahrnehmung ist entscheidend daf\u00fcr, ob und wie wir uns selbst sp\u00fcren und somit auch f\u00fcr unsere emotionale Regulierung (Craig, 2002).<br \/>Das Sp\u00fcren des eigenen Herzschlags oder der Atmung sorgen daf\u00fcr, dass wir bemerken, wenn wir aufgeregt oder gestresst sind. Indem wir Durst und Hunger wahrnehmen, werden wir daran erinnert, uns um grundlegende Bed\u00fcrfnisse unseres K\u00f6rpers zu k\u00fcmmern.<br \/>Menschen, bei denen die K\u00f6rperwahrnehmung anders funktioniert oder verarbeitet wird:<\/p>\n<p>- Haben Schwierigkeiten, innere K\u00f6rperempfindungen wie Hunger, Durst oder M\u00fcdigkeit wahrzunehmen<br \/>- Sind sehr sensible in Bezug auf k\u00f6rperliche Empfindungen, was zu Angst oder Unruhe f\u00fchrt (\u201eHypochonder\u201c)<br \/>- Reagieren sehr sensibel bei Temperatur\u00e4nderungen oder Schmerz<br \/>- F\u00fchlen sich oft unwohl in ihrem eigenen K\u00f6rper<br \/>- K\u00f6nnen verschiedenen K\u00f6rperempfindungen oft schwer unterscheiden und ignorieren Schmerzen manchmal<br \/>- Erkennen nicht, wenn sie m\u00fcde oder ersch\u00f6pft sind oder Ruhe brauchen<br \/>- Starkes Verlangen nach intensiven k\u00f6rperlichen Aktivit\u00e4ten<br \/>- Sind unruhig oder zappelig<br \/>Das kann helfen:<\/p>\n<p>D\u00e4mpfend:<br \/>- Erkl\u00e4ren der Zust\u00e4nde im Inneren des K\u00f6rpers, um diese zu verstehen und gelassener zu erleben<\/p>\n<p>Stimulierend:<br \/>- Regelm\u00e4\u00dfige Erinnerung an Essen und Trinken durch Routinen und Alarme<br \/>- K\u00f6rperwahrnehmung st\u00e4rken mit Achtsamkeitstraining und Atem\u00fcbungen<\/p>\n<p>Integrierend:<br \/>- Progressive Muskelentspannung und bewusste Pausen, um innere Zust\u00e4nde zu erkennen<br \/>- Drama- und Ergotherapie<\/p>\n<p><strong>5. Erstellung eines sensorischen Profils<\/strong><br \/><strong>Was ist ein sensorisches Profil?<\/strong><br \/>Ein sensorisches Profil beschreibt die pers\u00f6nlichen sensorischen Vorlieben und Sensibilit\u00e4ten einer Person. Es zeigt, auf welche Reize eine Person \u00fcber- oder unterdurchschnittlich stark reagiert (Dunn, 1999).<\/p>\n<p><strong>5.1 Vorteile der Erstellung eines sensorischen Profils<\/strong><br \/>\u2022<strong> Erfassen der pers\u00f6nlichen Vorlieben und Sensibilit\u00e4ten<\/strong><br \/>Ein individuelles sensorisches Profil hilft dabei, die besonderen pers\u00f6nlichen Bed\u00fcrfnisse und den passenden Umgang mit bestimmten Reizen zu erkennen und zu gestalten. Das sensorische Profil f\u00f6rdert das Bewusstsein f\u00fcr die eigene Reizempfindlichkeit und hilft, belastende Reize im Alltag zu minimieren. Indem manche Personen erkennen, wie sehr sie Sinnesreize belasten und wie viel sie t\u00e4glich eigentlich aushalten, k\u00f6nnen sie sich auch selbst besser akzeptieren (Miller et al., 2007).<\/p>\n<p><strong>\u2022 Anpassung der Alltagsumgebung:<\/strong><br \/>Viele Menschen, besonders Sp\u00e4tdiagnostizierte, die jahrelang maskiert haben, zwingen sich selbst h\u00e4ufig, unangenehme Reize einfach auszuhalten. Indem aufgezeigt wird, wie sch\u00e4dlich diese dauerhafte Belastung f\u00fcr sie ist, erkennen sie, dass eben nicht alles einfach ausgehalten werden muss. Sie erfahren, dass \u00c4nderungen und Anpassungen, die zu mehr Wohlbefinden f\u00fchren, durchaus erlaubt und w\u00fcnschenswert sind. Schon kleine Anpassungen wie das Verdunkeln des Raumes, das Tragen von Sonnenbrille und Kopfh\u00f6rern oder Geh\u00f6rschutz und das Nutzen von Stimming-Spielzeug k\u00f6nnen zu Hause, in der Schule und am Arbeitsplatz eine gro\u00dfe Hilfe sein (Ashburner et al., 2008).<\/p>\n<p><strong>\u2022 Therapieplanung und individuelle Ans\u00e4tze:<\/strong><br \/>Ein sensorisches Profil unterst\u00fctzt die Therapieplanung. Es zeigt auf, welche sensorischen Bed\u00fcrfnisse ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. So k\u00f6nnen ganz gezielt individuelle Ans\u00e4tze gew\u00e4hlt werden, mit denen Sinnesreize besser verarbeitet werden k\u00f6nnen und die Resilienz im Umgang mit sensorischen Reizen gef\u00f6rdert wird, und zwar nicht durch klassische Ans\u00e4tze, denn diese sind f\u00fcr neurodiverse Personen meist v\u00f6llig kontraproduktiv und sogar traumatisch. (Parham &amp; Mailloux, 2010). [dazu komme ich noch sp\u00e4ter]<\/p>\n<p><br \/><strong>6. Entwicklung neuer Frageb\u00f6gen zur Sensorik und Interozeption auf Deutsch<\/strong><br \/>Da es so wichtig ist, die sensorischen Besonderheiten zu kennen und ein sensorisches Profil zu erstellen, entwickle ich derzeit in Zusammenarbeit mit Fachkr\u00e4ften und Betroffenen neue Frageb\u00f6gen zur Sensorik und Interozeption auf Deutsch. Das Ganze ist ein Non-Profit-Projekt, das sich ausschlie\u00dflich durch Spenden finanziert.<br \/>Mit diesen neuen Frageb\u00f6gen werden sensorische Besonderheiten, die K\u00f6rperwahrnehmung und Daten zu Resilienz und Masking erfasst. Dies unterst\u00fctzt die Diagnostik und Therapie (Dunn, 2014).<\/p>\n<p>Die Frageb\u00f6gen zeigen, ob Betroffene sensorische Reize durch jahrelanges Maskieren unbewusst ignorieren. Werden Frageb\u00f6gen sehr unterschiedlich beantwortet, kann das darauf hindeuten, dass die eigene sensorische Wahrnehmung belastender ist, als man selbst annimmt. Vieles wird unbewusst ignoriert, ist aber dennoch langfristig belastend (Mahler, 2016).<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber dieses Projekt und mein Crowdfunding k\u00f6nnen Sie auf meiner Website autismusinfo.com lesen.<\/p>\n<p><br \/><strong>7. Bedeutung f\u00fcr Trauma-, Angst- und Psychotherapie<\/strong><br \/><strong>7.1 Sensorische \u00dcberlastung und Trigger in der Traumatherapie<\/strong><br \/><strong>\u2022 Sensorische \u00dcberlastung als traumatisierender Faktor:<\/strong><br \/>Bei Menschen mit einer Autismus-Spektrum-St\u00f6rung oder ADHS kann eine st\u00e4ndige sensorische \u00dcberlastung selbst Traumasymptome ausl\u00f6sen und zu einer komplexen posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung (KPTBS) f\u00fchren, besonders dann, wenn die eigene Wahrnehmung stets infrage gestellt oder ignoriert wird (Kerns et al., 2015). Zudem muss eine gro\u00dfe sensorische Sensibilit\u00e4t in der Therapie ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><strong>o Vermeiden einer Retraumatisierung:<\/strong> In der Traumatherapie ist es besonders wichtig, dass Therapiefachkr\u00e4fte m\u00f6gliche sensorische Trigger erkennen und diesbez\u00fcglich sehr einf\u00fchlsam mit den Betroffenen umgehen. Menschen mit ASS oder ADHS erinnern sich an traumatische Erlebnisse h\u00e4ufig sehr lebhaft. Besonders bei Menschen mit der Doppeldiagnose ASS\/ADHS ist die Gefahr einer Retraumatisierung extrem gro\u00df. Sie erinnern sich manchmal an jedes Detail des Erlebten, nehmen Situationen \u2013 auch belastende Situationen \u2013 mit allen Sinnen intensiv wahr, oder sie durchleben bei jedem Trigger und jeder Erz\u00e4hlung die Situation mit allen Sinnen so intensiv, als w\u00fcrde sie gerade noch einmal passieren. Hier sind unglaublich viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, Wissen zu diesem speziellen Sachverhalt und Geduld gefragt (Attwood, 2024).<\/p>\n<p><strong>7.2 Besondere Anforderungen in der Angsttherapie<\/strong><br \/><strong>\u2022 Stark eingeschr\u00e4nkte Eignung der Konfrontationstherapie:<\/strong><br \/>Bei der Behandlung von Angstst\u00f6rungen ist es bei Menschen mit ASS und ADHS besonders schwierig, auf klassische Konfrontationstherapie zur\u00fcckzugreifen. W\u00e4hrend Konfrontation f\u00fcr neurotypische Menschen oft zu einer Desensibilisierung f\u00fchren kann, verst\u00e4rkt wiederholte Exposition bei sensorisch sensiblen Menschen h\u00e4ufig die \u00dcberforderung und die \u00c4ngste, denn die Sensibilit\u00e4t ist dauerhaft neurologisch verankert. Sie k\u00f6nnen sich nicht einfach an Reize \u201egew\u00f6hnen\u201c. Konfrontationstherapie ist daher f\u00fcr Menschen mit ASS und ADHS meist nicht geeignet. Sie kann sogar extrem traumatisch sein, da sich die Betroffenen bei der Therapie hilflos ausgeliefert f\u00fchlen und die Hoffnung verlieren, wenn \u201edie Therapie mal wieder nicht so wirkt bei ihnen, wie sie laut Therapiefachkraft sollte\u201c. (laut unwissender Therapiefachkraft) (Mazefsky et al., 2013).<\/p>\n<p>Stattdessen sind sanfte, achtsamkeitsbasierte Methoden und individuelle Bew\u00e4ltigungsstrategien sinnvoller. Nur so kann die Stressresistenz gest\u00e4rkt werden, ohne die Betroffenen zu \u00fcberfordern. Auch sensorische Integration mit St\u00e4rkung von eher geschw\u00e4chten Sinnen tr\u00e4gt dazu bei, dass die Hypersensibilit\u00e4t bei stark betroffenen Sinnen abnimmt.<\/p>\n<p>Ganz egal, welche Therapieform gew\u00e4hlt wird, so m\u00fcssen Betroffene jederzeit die Kontrolle \u00fcber die Situation behalten und sich in der Situation sicher f\u00fchlen, um langfristig davon profitieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><br \/><strong>7.3 Soziale Kompetenzen und die Behandlung sozialer \u00c4ngste bei ASS<\/strong><br \/>Auch soziale \u00c4ngste, die bei Menschen mit ASS sehr h\u00e4ufig sind, werden durch viele soziale Interaktionen h\u00e4ufig nicht einfach besser. Die sensorische \u00dcberreizung verst\u00e4rkt au\u00dferdem die Angst und erschwert somit eine Therapie (Cage et al., 2018).<\/p>\n<p>Langfristig erh\u00f6ht st\u00e4ndige soziale \u00dcberlastung auch das Burnout-Risiko. Die st\u00e4ndige Anpassung an soziale Erwartungen, die durch sensorische \u00dcberlastung verst\u00e4rkt wird, f\u00fchrt im schlimmsten Fall zu \u201eautistischem Burnout\u201c oder \u201eADHS-Burnout\u201c, zu Depressionen, \u00c4ngsten und zum Verlust der Lebensqualit\u00e4t (Raymaker et al., 2020).<\/p>\n<p>Die Therapie ist zwar schwierig, aber nicht unm\u00f6glich. Mehr \u00fcber geeignete Therapieformen erl\u00e4utere ich sp\u00e4ter.<\/p>\n<p><br \/><strong>7.4 Therapeutische Anpassungen f\u00fcr ASS und ADHS<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2022 Anpassung der Umgebung an sensorische Bed\u00fcrfnisse:<\/strong><br \/>Indem sensorische Besonderheiten gezielt ber\u00fccksichtigt werden, k\u00f6nnen Therapier\u00e4ume so gestaltet werden, dass sie Betroffene so wenig wie m\u00f6glich \u00fcberlasten. Beispielsweise k\u00f6nnen L\u00e4rm und visuelle Reize reduziert werden. Es kann beruhigendes Stimming-Material bereitgestellt werden, um eine entspannte Atmosph\u00e4re zu schaffen. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Therapieformen angepasst werden, indem Therapieeinheiten beispielsweise per Videotelefonie, in der Natur, in Bewegung (Spaziergang, Gymnastik) oder schriftlich stattfinden. Gerade bei der Therapie ist die Sensorik besonders wichtig, damit gut gemeinte Therapien nicht kontraproduktiv oder sogar traumatisierend werden (Miller et al., 2001).<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 F\u00f6rdern der K\u00f6rperwahrnehmung:<\/strong><br \/>Ein gezieltes Training der Interozeption, also der Wahrnehmung innerer K\u00f6rperzust\u00e4nde, kann das K\u00f6rperbewusstsein und die Selbstregulation st\u00e4rken. Indem man eigene K\u00f6rperbed\u00fcrfnisse wie Hunger, M\u00fcdigkeit oder Stresssignale erkennt, kann man auch besser auf sich selbst achten und Gef\u00fchle besser regulieren (Wir alle kennen das wahrscheinlich, dass wir grummelig werden, wenn wir Hunger haben) (Khalsa et al., 2009).<\/p>\n<p><br \/><strong>7.5 Welche Therapie ist denn nun bei ASS und ADHS geeignet?<\/strong><br \/><strong>\u2022 Sensorische Integrationstherapie (SI):<\/strong><br \/>Die sensorische Integrationstherapie (Ergotherapie) unterst\u00fctzt die Verarbeitung und Integration sensorischer Reize. Sie verbessert die Koordination und Organisation der Sinneswahrnehmung (Ayres, 1972). Durch gezielte Aktivit\u00e4ten f\u00f6rdert diese Therapie die Regulierung von Emotionen und die Reaktionsf\u00e4higkeit auf verschiedene Sinnesreize. Schw\u00e4cher ausgepr\u00e4gte Reize werden gezielt aktiviert, was zu einem Angleich der st\u00e4rker ausgepr\u00e4gten Sinne und somit zu einer Reduzierung der Hypersensibilit\u00e4t f\u00fchren kann. (Miller et al., 2001).<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Dramatherapie (NICHT Traumatherapie!):<\/strong><br \/>Die Dramatherapie nutzt Theater, Rollenspiele und kreative Ausdrucksformen zur Verarbeitung sensorischer und emotionaler Themen. Diese Methode bietet eine spielerische Herangehensweise ohne viele Worte, um mit sensorischen und emotionalen Herausforderungen umzugehen. Sie erm\u00f6glicht es den Teilnehmenden, ihre Gef\u00fchle in einem gesch\u00fctzten Raum auszudr\u00fccken und zu erkunden, was besonders f\u00fcr Menschen mit ASS und ADHS von Vorteil sein kann (Johnson &amp; Emunah, 2009).<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Musiktherapie:<\/strong><br \/>Die Musiktherapie nutzt die heilenden Eigenschaften von Musik, um emotionale und Geh\u00f6rtes besser zu verarbeiten, Kommunikations-f\u00e4higkeiten zu verbessern und soziale Interaktionen zu f\u00f6rdern, w\u00e4hrend sie gleichzeitig eine beruhigende und unterst\u00fctzende Umgebung bietet (Bradt &amp; Dileo, 2014).<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Tiertherapie:<\/strong><br \/>In der Tiertherapie wird der Kontakt zu Tieren genutzt, um emotionale Unterst\u00fctzung zu bieten und soziale F\u00e4higkeiten zu f\u00f6rdern. Die Interaktion mit Tieren kann helfen, Stress abzubauen, haptische Reize besser zu verarbeiten und das Wohlbefinden der Betroffenen zu steigern, da Tiere oft eine beruhigende Wirkung haben (Nimer &amp; Lundahl, 2007).<\/p>\n<p><br \/><strong>\u2022 Bewegungstherapie:<\/strong><br \/>Die Bewegungstherapie nutzt k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4ten, um das sensorische Bewusstsein und die K\u00f6rperwahrnehmung zu st\u00e4rken. Durch Bewegung k\u00f6nnen emotionale Spannungen abgebaut und die motorischen F\u00e4higkeiten verbessert werden, was f\u00fcr Menschen mit ASS und ADHS von gro\u00dfem Nutzen ist. Zus\u00e4tzlich werden die K\u00f6rperwahrnehmung und unsere K\u00f6rpersinne entscheidend verbessert (Kiphard, 2000).<\/p>\n<p><br \/><strong>8. Was bedeutet das f\u00fcr die Zukunft?<\/strong><br \/><strong>1. Wissenschaftliche Forschung<\/strong><br \/>Mehr Studien zur sensorischen Verarbeitung bei ASS und ADHS sind notwendig, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen und weitere gezielte Therapien zu entwickeln. (Miller et al., 2011; Kientz et al., 2014).<\/p>\n<p><strong>2. Sensibilisierung und Weiterbildung f\u00fcr Fachkr\u00e4fte<\/strong><br \/>Fachkr\u00e4fte aus Psychologie, Psychiatrie, Medizin und Bildung sollten speziell f\u00fcr sensorische Herausforderungen sensibilisiert und weitergebildet werden (Lindgren et al., 2017).<\/p>\n<p><br \/><strong>Quellenangaben<\/strong><br \/>1. Attwood, Tony (2024). Blog autism and trauma<br \/>2. Ayres, A. J. (1972). Sensory Integration and Learning Disorders. Western Psychological Services.<br \/>3. Ayres, A. J. (1972). Sensory Integration and the Child. Western Psychological Services.<br \/>4. Ben-Sasson, A., Carter, A. S., &amp; Briggs-Gowan, M. J. 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Grundlegende DefinitionenF\u00fcr dieses Referat verwende ich die Begriffe ASS und Autismus f\u00fcr alle Arten von Autismus nach ICD-10 bzw. f\u00fcr die Autismus-Spektrum-St\u00f6rung gem\u00e4\u00df ICD-11.Der Begriff ADHS bezieht sich ebenfalls auf alle [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":500,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_breakdance_hide_in_design_set":false,"_breakdance_tags":"","footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-653","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=653"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":656,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/653\/revisions\/656"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media\/500"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=653"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}