{"id":741,"date":"2025-02-15T10:51:25","date_gmt":"2025-02-15T09:51:25","guid":{"rendered":"https:\/\/autismusinfo.com\/?p=741"},"modified":"2025-02-15T10:51:25","modified_gmt":"2025-02-15T09:51:25","slug":"pda-bei-autistischen-erwachsenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/pda-bei-autistischen-erwachsenen\/","title":{"rendered":"PDA bei autistischen Erwachsenen"},"content":{"rendered":"<section class=\"bde-section-741-110 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-button-741-109 bde-button\">\n        \n    \n    \n    \n    \n            \n                    \n            \n            \n\n    \n    \n    \n    \n    \n    <a class=\"breakdance-link button-atom button-atom--primary bde-button__button\" href=\"https:\/\/autismusinfo.com\/da\/blog\/\" target=\"_self\" data-type=\"url\"  >\n\n    \n        <span class=\"button-atom__text\">Zur\u00fcck<\/span>\n\n        \n        \n                <\/a>\n\n    \n\n\n<\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-741-102 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-columns-741-106 bde-columns\"><div class=\"bde-column-741-107 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<h1 class=\"bde-heading-741-101 bde-heading\">\nPDA bei autistischen Erwachsenen\n<\/h1><div class=\"bde-text-741-111 bde-text\">\n15. februar 2025\n<\/div>\n<\/div><div class=\"bde-column-741-108 bde-column\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"bde-image-741-105 bde-image\">\n<figure class=\"breakdance-image breakdance-image--713\">\n\t<div class=\"breakdance-image-container\">\n\t\t<div class=\"breakdance-image-clip\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"breakdance-image-object\" src=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2.jpg\" width=\"1080\" height=\"1080\" srcset=\"https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2.jpg 1080w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2-300x300.jpg 300w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2-150x150.jpg 150w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2-768x768.jpg 768w, https:\/\/autismusinfo.com\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/PDA2-12x12.jpg 12w\" sizes=\"auto, (max-width: 1080px) 100vw, 1080px\"><\/div>\n\t<\/div><\/figure>\n\n<\/div>\n<\/div><\/div><\/div>\n<\/section><section class=\"bde-section-741-112 bde-section\">\n  \n  \n\t\n\n\n\n<div class=\"section-container\"><div class=\"bde-rich-text-741-113 bde-rich-text breakdance-rich-text-styles\">\n<p><strong>Von Professor Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett, \u00dcbersetzung \u2013 Saskia Paasch f\u00fcr Fachverband PDA Deutschland<\/strong><\/p>\n<p><br \/>Der Begriff PDA (pathological demand avoidance \u2013 auf Deutsch: pathologische Anforderungsvermeidung) wurde von Prof. Elizabeth Newson in den 1980er-Jahren gepr\u00e4gt. Es handelt sich um ein Verhaltensprofil, welches mit der Vermeidung der Erf\u00fcllung von Anforderungen assoziiert wird und mit extremer Nervosit\u00e4t und starken \u00c4ngsten verbunden ist, wenn Anforderungen \u00fcberhandnehmen. PDA wurde erstmals bei autistischen Kindern festgestellt. Weitere Untersuchungen ergaben, dass damit Merkmale wie ein hohes Ma\u00df an Angst, Stimmungsschwankungen und Impulsivit\u00e4t sowie oberfl\u00e4chliche Kontaktfreudigkeit bei gleichzeitigem Mangel an sozialer Identit\u00e4t verbunden sind, aber auch \u2013 und zwar in einem h\u00f6heren Ma\u00df als es normalerweise bei Autismus \u00fcblich ist \u2013 zwischenmenschliche F\u00e4higkeiten und die F\u00e4higkeit zu sozialer Manipulation (Newson et al., 2003; O\u2019Nions et al., 2014).<\/p>\n<p><br \/><strong>Begrifflichkeiten<\/strong><br \/>Derzeit gibt es einige Debatten zur Bezeichnung von PDA. Es geht dabei vor allem um das Wort \u201epathologisch\u201c, das durch alternative Begriffe wie EDA (extreme demand avoidance \u2013 auf Deutsch: extreme Anforderungsvermeidung) (Gilberg, 2014) oder DAP (demand avoidance phenomena \u2013 auf Deutsch: Anforderungsvermeidungsph\u00e4nomen) (Woods, 2019) ersetzt wird. Au\u00dferdem wurde der Term PDA von autistischen Menschen und PDA-Selbsthilfegruppen in \u201epervasive drive for autonomy\u201c (auf Deutsch in etwa: st\u00e4ndiges oder tiefgreifendes Streben nach Autonomie) abge\u00e4ndert. Auch gibt es akademische und klinische Debatten \u00fcber die Klassifizierung von PDA. So wird zum Beispiel diskutiert, ob PDA als separate Untergruppe innerhalb des Autismus-Spektrums betrachtet werden soll oder ob es ein erlernter Bew\u00e4ltigungsmechanismus ist, um mit der Kombination aus starker Angst, ADHS und Impulsivit\u00e4t, Prokrastination und beeintr\u00e4chtigter Exekutivfunktion sowie den sozialen und sensorischen Merkmalen von Autismus zurechtzukommen. Der Einfachheit halber werden wir in diesem Blog den Begriff PDA verwenden.<\/p>\n<p><br \/><strong>Screening-Werkzeuge\/Diagnosewerkzeuge f\u00fcr Erwachsene<\/strong><br \/>Egan, Linenberg und O\u2019Nions (2019) haben einen Fragebogen namens \u201eExtreme Demand Avoidance Questionnaire\u201c (Adult QA oder EDA-QA) entwickelt und evaluiert. Der Selbsteinsch\u00e4tzungsbogen besteht aus 25 Punkten, zu denen unter anderem die folgenden zehn geh\u00f6ren:<br \/>\u2022 Ich kann gut mit anderen Menschen umgehen und sie dazu bringen, das zu tun, was ich will<br \/>\u2022 Ich versuche die von anderen aufgestellten Regeln zu hinterfragen und zu ver\u00e4ndern<br \/>\u2022 Ich habe sehr starke Stimmungsschwankungen<br \/>\u2022 Ich habe das Bed\u00fcrfnis, immer und \u00fcberall die Verantwortung zu \u00fcbernehmen<br \/>\u2022 Ich beschuldige eine bestimmte Person oder bestimmte Personen oder suche mir diese Person\/Personen als Opfer aus<br \/>\u2022 Ich habe Schwierigkeiten damit, Anforderungen oder Bitten von anderen nachzukommen, es sei denn, sie werden sehr bedacht formuliert<br \/>\u2022 Gew\u00f6hnliche Anforderungen oder Bitten vermeide ich zwanghaft und widerstehe ihnen<br \/>\u2022 Ich stelle sicher, dass jede soziale Interaktion von mir ausgeht bzw. nach meinen Regeln abl\u00e4uft<br \/>\u2022 Ich wei\u00df, was ich tun oder sagen muss, um bestimmte Menschen zu ver\u00e4rgern<br \/>\u2022 Ich bin mir der Unterschiede zwischen mir und Autorit\u00e4tspersonen nicht bewusst oder sie sind mir egal<br \/>Das Instrument erwies sich sowohl als zuverl\u00e4ssig als auch valide, und es wurde festgestellt, dass PDA-Merkmale teilweise mit Merkmalen der Autismus-Spektrum-St\u00f6rung (ASS) in Beziehung stehen. Egan, Linenberg und O\u2019Nions empfehlen auch anderen Forschenden die Nutzung des Fragebogens, um weitere Forschungen zu PDA bei erwachsenen Personen voranzutreiben.<\/p>\n<p><br \/><strong>Merkmale von PDA bei Erwachsenen<\/strong><br \/>White et al. (2022) untersuchten in zwei Online-Umfragen bei erwachsenen Personen aus der Allgemeinbev\u00f6lkerung die Bedeutung von autistischen Merkmalen und \u00c4ngsten als Pr\u00e4diktoren f\u00fcr die Vermeidung von Anforderungen. Sie fanden heraus, dass autistische Merkmale und \u00c4ngste einzigartige und gleicherma\u00dfen wichtige Pr\u00e4diktoren f\u00fcr Anforderungsvermeidung darstellen. Die Studie best\u00e4tigte, dass EDA (Anm. der \u00dcbers.: PDA) im Zusammenhang mit Autismus steht, wobei das Vermeidungsverhalten durch \u00c4ngste bestimmt wird.<\/p>\n<p><br \/>Wir wissen, dass Autismus mit schwerwiegenden Angstst\u00f6rungen in Verbindung gebracht wird. W\u00e4hrend und nach der Pubert\u00e4t kann das Ausma\u00df der konstanten und episodischen Angst jedoch unertr\u00e4glich sein und oft auch mit Medikamenten und kognitiver Verhaltenstherapie nicht behoben werden. Autistische Jugendliche oder Erwachsene neigen dann zum Teil zu extremen Verhaltensweisen, um mit diesen starken Angstzust\u00e4nden umgehen zu k\u00f6nnen. Zu diesen Verhaltensweisen z\u00e4hlt unter anderem, mit allen Mitteln die Kontrolle \u00fcber das t\u00e4gliche Leben zu erlangen, um zu vermeiden, \u00fcberhaupt erst in Angstzust\u00e4nde zu verfallen. Dabei k\u00f6nnen schon einfache Bitten bei autistischen Menschen dazu f\u00fchren, dass sie sich unsicher und schikaniert f\u00fchlen und keine Kontrolle mehr versp\u00fcren. Es besteht also eine Phobie oder Angst vor Anforderungen (Postulophobie).<\/p>\n<p><br \/>Ein Bew\u00e4ltigungsmechanismus besteht darin, die eigene Reaktion (Anm. d. \u00dcbers: auf die Anforderung) so lange hinauszuz\u00f6gern, bis der Angstzustand auf nat\u00fcrliche Weise abebbt oder die Person eine bessere kognitive Kontrolle \u00fcber ihre Angst hat. Um dies zu erreichen, verwenden die Jugendlichen oder Erwachsenen unter anderem Verz\u00f6gerungstaktiken wie zum Beispiel Prokrastination, Verhandeln sowie das Erfinden von Ausreden f\u00fcr das Nichtbefolgen von Anforderungen. Eine weitere Strategie besteht darin, der Person, die die Anforderung stellt, Komplimente zu machen, um sie damit abzulenken. Diese Bew\u00e4ltigungsmechanismen stellen die erste Stufe der Anforderungsvermeidung dar.<\/p>\n<p><br \/>Wenn sich die Strategien der ersten Stufe als ineffektiv herausstellen, setzt Stufe zwei ein: Die Person reagiert auf ihre Angst mit Flucht. Dabei wird sie gegen\u00fcber der Person, die die Anforderungen stellt, unausstehlich, unh\u00f6flich und respektlos, um diese zu vertreiben. Die dritte Stufe der Anforderungsvermeidung ist der Kampf: Es wird ein Streit oder eine Diskussion herbeigef\u00fchrt, und es kommt zu einer emotionalen Explosion oder einem Meltdown. Der Meltdown hilft dabei, die angestaute Angstenergie zu entladen. Gleichzeitig dient er als emotionaler Neustart (Reset).<\/p>\n<p><br \/>W\u00e4hrend all die genannten Reaktionen auf Anforderungen das Vermeidungsverhalten durch negative Verst\u00e4rkung verfestigen (Verringerung oder Beseitigung eines negativen Ergebnisses, in diesem Fall ein unertr\u00e4gliches Ma\u00df an Angst), gibt es noch eine weitere Reaktion auf Angst: erstarren). Einer Anforderung nicht nachzukommen, geht nicht immer eine bewusste Entscheidung voraus, manchmal ist die Person tats\u00e4chlich k\u00f6rperlich nicht in der Lage dazu. Es geht dann also nicht darum, etwas \u201enicht zu wollen\u201c, sondern vielmehr darum, etwas \u201enicht zu k\u00f6nnen\u201c. Der Person ist bewusst, was von ihr verlangt wird, vielleicht m\u00f6chte sie dem sogar selbst nachgehen. Es k\u00f6nnte sich auch um eine Sache handeln, die n\u00fctzlich f\u00fcr sie ist oder die sie f\u00fcr einen Menschen, den sie liebt oder bewundert, tun soll. Da bei ihr aber eine autistische Reaktionsverz\u00f6gerung und Erstarren einsetzen, kann sie der Anforderung nicht Folge leisten.<\/p>\n<p><br \/>Es ist erkennbar, dass die extreme oder auch pathologische Anforderungsvermeidung \u00e4hnliche Merkmale haben kann wie andere fehlangepasste Bew\u00e4ltigungsmechanismen, die durch \u00c4ngste entstehen, wie z. B. Essst\u00f6rungen, selektiver Mutismus und Selbstverletzungen.<\/p>\n<p><br \/><strong>Die Entwicklung von PDA im Erwachsenenalter<\/strong><br \/>Die Anforderungsvermeidung kann sich im Laufe der Kindheit auf eine Vielzahl von Alltagssituationen ausweiten. Sie kann selbst einfache Bitten betreffen, die von anderen nicht als Anforderung wahrgenommen werden, so zum Beispiel: \u201eKannst du mir bitte die Zeitung geben?\u201c Diese Bitten, auf die nur eine einfache kurze Reaktion erforderlich w\u00e4re, empfindet die Person mit PDA als \u00fcberw\u00e4ltigend und sie l\u00f6sen bei ihr Angst aus. Das Nichterf\u00fcllen dieser Bitten und die (Anm. d. \u00dcbers.: im vorherigen Kapitel genannten) Anforderungsvermeidungsstrategien k\u00f6nnen innerhalb der Familien zu erheblichen Belastungen und Konflikten f\u00fchren. Inzwischen werden die genetischen Aspekte von PDA zunehmend anerkannt. Dabei werden Merkmale innerhalb und zwischen den Generationen identifiziert, die zu h\u00e4uslichen Konflikten beitragen.<\/p>\n<p><br \/>Elizabeth Newson und ihr Team konnten bei 18 Erwachsenen mit PDA Folgeuntersuchungen durchf\u00fchren. Alle behielten die Anforderungsvermeidung im Erwachsenenalter bei, acht davon im selben Ma\u00df wie zu Kinderzeiten, bei drei Personen hatte sich das Vermeidungsverhalten verst\u00e4rkt und bei sieben war es im Vergleich zur Kindheit weniger stark ausgepr\u00e4gt. Dabei zeigt sich zwar, dass sich PDA in jede Richtung entwickeln kann, aber eben auch, dass die Merkmale von PDA lebenslang bestehen bleiben k\u00f6nnen (Newson et al., 2003). Wichtig zu beachten ist jedoch, dass die 18 Teilnehmenden der Studie noch nicht von dem inzwischen existierenden Verst\u00e4ndnis f\u00fcr PDA sowie der heutigen Unterst\u00fctzung bei daraus resultierenden Problemen profitieren konnten. Unsere klinische Erfahrung zeigt, dass sich PDA-Merkmale im Verlauf eines Lebens verringern k\u00f6nnen. Dabei k\u00f6nnen sich insbesondere die Zeit zwischen Anforderung und Meltdown verl\u00e4ngern sowie die kognitive Regulation der Angst verbessern. Auch das Stresslevel kann geringer werden.<\/p>\n<p><br \/>Mit der Zeit kann es dazu kommen, dass die Person mit PDA die Auswirkungen der Anforderungsvermeidung auf zwischenmenschliche Beziehungen und den Besch\u00e4ftigungsstatus zunehmend besser verstehen und einsch\u00e4tzen kann. Auch kann es passieren, dass sie eine Reihe verschiedener Strategien zur Bew\u00e4ltigung von gro\u00dfer Angst \u00fcbernimmt und neue Reaktionsmuster austestet. Ebenso besteht die M\u00f6glichkeit, dass eine Verbesserung der Selbstregulation, der Kommunikation und der F\u00e4higkeit, f\u00fcr sich selbst einzustehen einsetzt.<\/p>\n<p><br \/>Die Entwicklung hin zu einem Lebensstil mit minimalen Anforderungen ist ebenfalls denkbar. Bedenklich jedoch kann es werden, wenn Alkohol und illegale oder auch missbr\u00e4uchlich konsumierte legale Drogen zum Abbau extremer \u00c4ngste eingesetzt werden. Auch sind uns Menschen mit PDA bekannt, die eine Medikamentenabh\u00e4ngigkeit entwickelt haben, um ihre \u00c4ngste in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p><br \/><strong>Das Leben zu Hause<\/strong><br \/>Es kann zu Schwierigkeiten bei der Bew\u00e4ltigung selbst auferlegter und gesellschaftlicher Anforderungen kommen, z. B. bei der K\u00f6rperpflege und der Aufrechterhaltung von Freundschaften und Beziehungen. Au\u00dferdem besteht die Tendenz, Regeln zu brechen, was zu Konflikten mit dem Gesetz f\u00fchren kann. Der Versuch, extreme \u00c4ngste zu bew\u00e4ltigen und gleichzeitig die Anforderungsvermeidung zu unterdr\u00fccken, kann anstrengend sein, sich auf das Energieniveau auswirken und m\u00f6glicherweise zu Depressionen f\u00fchren. Es kann eine gro\u00dfe Abh\u00e4ngigkeit von den Eltern oder der Person, mit der der Mensch mit PDA sein Leben teilt, bestehen, insbesondere hinsichtlich emotionaler Unterst\u00fctzung und praktischer Hilfe aufgrund beeintr\u00e4chtigter exekutiver Funktionen. Erwachsene mit PDA ben\u00f6tigen au\u00dferdem regelm\u00e4\u00dfige Aus- und Alleinzeiten, um ihr Energielevel wieder anzuheben. Dabei ist es f\u00fcr sie von Vorteil, wenn zu Hause ein anforderungsfreier R\u00fcckzugsort existiert.<\/p>\n<p><br \/><strong>Berufsleben<\/strong><br \/>PDA-Eigenschaften k\u00f6nnen das Berufsleben beeintr\u00e4chtigen, wenn Arbeitgeber Menschen mit PDA als arrogant oder undiszipliniert betrachten. Autorit\u00e4ten und Hierarchien am Arbeitsplatz werden von ihnen m\u00f6glicherweise missachtet und sie neigen dazu, nach dem Motto \u201eentweder ich mache es so, wie ich es will, oder ich mache es gar nicht\u201c zu handeln. Deshalb ist es oft schwierig f\u00fcr sie, konventionelle Arbeitsabl\u00e4ufe zu bew\u00e4ltigen. Menschen mit PDA sind m\u00f6glicherweise erfolgreicher, wenn sie sich selbst\u00e4ndig machen oder ihr eigenes Unternehmen f\u00fchren, da sie dann weniger das Gef\u00fchl haben, die Kontrolle zu verlieren. In einem Anstellungsverh\u00e4ltnis kann es bei Menschen mit PDA zu Prokrastination kommen, aber auch zu Problemen mit der Fertigstellung von Projekten und der Einhaltung von Fristen. Auch der angemessene Umgang mit W\u00fcnschen bzw. Vorgaben des Vorgesetzten, wie z. B. H\u00f6flichkeit gegen\u00fcber Kunden, kann f\u00fcr Personen mit PDA schwierig sein. Erwachsene mit PDA f\u00fchlen sich oft in ihrem Job gefangen und brauchen Abwechslung. Wir haben viele Arbeitgeber- und Berufswechsel beobachtet.<\/p>\n<p><br \/><strong>Strategien bei PDA<\/strong><br \/>Viele Strategien f\u00fcr den Umgang mit PDA bei Kindern gelten auch f\u00fcr Erwachsene. Dazu geh\u00f6rt, der Person Optionen und Wahlm\u00f6glichkeiten anstelle von Anweisungen anzubieten. Wir empfehlen auch, statt imperativer (auffordernder) Sprache deklarative (beschreibende bzw. erkl\u00e4rende) Sprache zu verwenden (Murphy, 2020). \u201eDu musst dein Chaos im Bad aufr\u00e4umen!\u201c (auffordernde Sprache) k\u00f6nnte zum Beispiel zu \u201eDas Bad muss sauber und aufger\u00e4umt sein.\u201c (beschreibende\/erkl\u00e4rende Sprache) umformuliert werden.<\/p>\n<p><br \/>Um Aufgaben beginnen und erledigen zu k\u00f6nnen, kann es Personen mit PDA helfen, sich etwas vorzustellen, dass sie von der eigentlichen Aufgabe ablenkt. Dies k\u00f6nnte zum Beispiel ein Rollenspiel sein, bei dem sie so tun, als w\u00fcrden sie w\u00e4hrend der Erledigung der Aufgabe f\u00fcr eine Dokumentation gefilmt. Auch Gedankenspiele oder das H\u00f6ren eines Podcasts k\u00f6nnen dabei helfen, eine T\u00e4tigkeit praktisch nebenbei (im Autopilotmodus) auszu\u00fcben. Diese Strategien k\u00f6nnen als wirksame Gedankenstopper gegen \u00c4ngste eingesetzt werden.<\/p>\n<p><br \/>Wir empfehlen au\u00dferdem, einer Online-PDA-Gruppe auf Facebook (Anmerkung der \u00dcbersetzerin: oder anderen sozialen Medien) beizutreten, um Unterst\u00fctzung von Menschen zu erhalten, die sich denselben t\u00e4glichen Herausforderungen stellen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><br \/><strong>Quellen<\/strong><br \/>Mit freundlicher Genehmigung von Prof. Tony Attwood und Dr. Michelle Garnett: https:\/\/attwoodandgarnettevents.com\/category\/attwood-and-garnett-blog\/<\/p>\n<p>Egan, Linenberg and O\u2019Nions (2019). Journal of Autism and Developmental Disorders 49<br \/>Gillberg C. (2014). Commentary: PDA Journal of Child Psychology and Psychiatry, 55<br \/>Newson\u202fE,\u202fLe Mar\u00e9chal\u202fK, &amp;\u202fDavid\u202fC. (2003). Pathological demand avoidance syndrome: a necessary distinction within the pervasive developmental disorders Archives of Disease in Childhood; 88<br \/>O\u2019Nions E, Christie P, Gould J, Viding E, Happ\u00e9 F (2014). Journal of Child Psychology and Psychiatry 55<br \/>White et al. (2022) untersuchten in zwei Online-Umfragen bei erwachsenen Personen aus der Allgemeinbev\u00f6lkerung die Bedeutung von autistischen Merkmalen und \u00c4ngsten als Pr\u00e4diktoren f\u00fcr die Vermeidung von Anforderungen. (2022). Journal of Autism and Developmental Disorders 51<br \/>Woods R. (2019). Good Autism Practice 20<\/p>\n<p><br \/><strong>Ressourcen<\/strong><br \/>www.pdasociety.org.uk<br \/>Anlaufstelle Information und Beratung: FAPDA (Fachverein PDA-Autismus-Profil) https:\/\/pda-autismus-verein.org\/<\/p>\n<p><strong>B\u00fccher<\/strong><br \/>Ein gl\u00fccklicheres Leben f\u00fcr dein Kind mit PDA von Alice Running.<br \/>Zirkus im Kopf von Liv Cadler\/Saskia S. Neu<\/p>\n<p>Declarative Language Handbook (2020) Linda K. Murphy ISBN: 9781734516203<br \/>Being Julia: A Personal Account of Living with PDA (2021). By Ruth Fidler and Julia Daunt. Published by Jessica Kingsley Publishers.<br \/>PDA by PDAers: From Anxiety to Avoidance and Masking to Meltdowns (2019). Ed. Sally Cat. Published by Jessica Kingsley Publishers.<br \/>PDA Paradox; The Highs and Lows of My Life on a Little-Known Part of the Autism Spectrum. (2019). By Harry Thompson. Published by Jessica Kingsley Publishers.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><div class=\"bde-back-to-top-741-114 bde-back-to-top bde-back-to-top--progress is-sticky\">\n\n\n<button aria-label=\"Back to top\" tabindex=\"0\" class=\"bde-back-to-top__button bde-back-to-top__button--progress bde-back-to-top__button--show-always bde-back-to-top__button--animation-fade is-sticky  js-ee-back-to-top\">\n    \t<svg class=\"bde-back-to-top__progress-svg js-progress-svg\" width=\"100%\" height=\"100%\" viewbox=\"-1 -1 102 102\">\n\t  <path class=\"background\" d=\"M50,1 a49,49 0 0,1 0,98 a49,49 0 0,1 0,-98\"\/>\n      <path class=\"tracker\" d=\"M50,1 a49,49 0 0,1 0,98 a49,49 0 0,1 0,-98\"\/>\n  \t<\/svg>\n         <div class=\"bde-back-to-top__icon-wrap\">\n              <svg xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewbox=\"0 0 384 512\"><!--! 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